Start bei Taouz auf die Piste
Ein Beitrag zum Themengebiet Marokko, geschrieben am 10. November 2006 von Bodo
Wir möchten von Taouz nach Zagora, auf unserer Michelinkarte eine Piste von ca. 200 Kilometern. Es gibt eine südliche Route direkt an der algerischen Grenze, die als „verboten“ gekennzeichnet ist. Die nördliche Route ist durchgängig eingezeichnet und schön schwarz markiert. Die wollen wir nehmen. Uns wird versichert, die Piste sei breit wie eine Autobahn und kaum zu verfehlen, da in diesem Jahr die Paris-Dakar hier durchkam. So viele Motorräder, Autos und vor allem die Versorgungstrucks müssten doch eine deutlich erkennbare geologische Schneise der Verwüstung hinterlassen.
Taouz ist ein hässliches Nest, in dem die Straße in einer Sackgasse endet. Von allen Seiten kommen sonnenbebrillte Typen auf uns zu, ein geknurrtes „Alles klarr??“ schon auf den Lippen. Nix wie weg! Wir finden die Piste und treffen schon nach wenigen Metern zwei deutsche Motorradfahrer, die uns schöne Wegpunkte als GPS-Koordinaten mit auf den Weg geben. Da kann ja nix mehr schief laufen.
Wir fahren also über Sand und Steine, die Piste ist gut erkennbar. An einer Gabelung treffen wir einen Marokkaner auf einem Moto (Überraschung!). Unser GPS zeigt nach rechts, aber er besteht auf die linke Piste, das wäre die Richtige, da kommen wir auch durch sein Dorf und seine Familie wohnt da und er würde uns den Weg zeigen und so weiter. Er ist uns nicht sympathisch, wir vertrauen auf unser GPS, auf die Karte und fahren rechts. Wie sich später herausstellt, hatte der junge Marokkaner recht. Der GPS-Punkt war zu weit entfernt, um relevant zu sein und die Karte ist schlicht veraltet. Die Südroute wird jetzt befahren, die Nordroute ist verlassen und versandet. Aber das sollten wir erst am folgenden Tag merken.